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Dr. Iris Schöninger ist Politikberaterin in der Grundsatzabteilung der Welthungerhilfe in Bonn. Seit mehreren Jahren arbeitet sie auch im Beirat der Initiative „Cotton made in Africa“. Im Interview stellt sie die Initiative vor.
Was steckt hinter der Initiative Cotton made in Africa?
Iris Schöninger: Cotton made in Africa wurde 2005 auf Initiative des Hamburger Unternehmers Dr. Michael Otto gegründet. Früher war Baumwolle eine sichere Einkommensquelle für Bauern rund um den Globus. Heute wird der Weltmarktpreis nach wie vor durch Subventionen einzelner Staaten verzerrt, vor allem der USA, der Europäischen Union und China. Die Preise schwanken stark. Für rund 20 Millionen afrikanische Bauernfamilien hängt oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens von der Baumwolle ab. Aktuell arbeiten bereits knapp 30 Prozent aller kleinbäuerlichen Baumwoll-Produzenten in Subsahara-Afrika mit der Cotton made in Africa-Initiative zusammen.
Wie arbeitet die Initiative und wer ist daran beteiligt?
Sie unterstützt aktuell 780.000 afrikanische Baumwollproduzenten mit ihren Familien in zehn Ländern. Die Produzenten erhalten regelmäßig Trainings in umweltschonenden Anbaumethoden, um die Qualität der Baumwolle und die Ernteerträge zu steigern und so ein besseres Einkommen zu erzielen. Lizenzgebühren für Cotton made in Africa-Baumwolle werden wieder in Schulungen investiert. Aktuell produzieren die Bauern jährlich rund 320.000 Tonnen nachhaltige Baumwolle auf 1,2 Millionen Hektar Fläche. Ein Ziel ist der Aufbau einer Nachfrage-Allianz von Textilfirmen, die diese Baumwolle verarbeiten lassen und dafür Lizenzgebühren bezahlen. 30 Unternehmen wie beispielsweise Otto, Tchibo, Engelbert Strauss oder Aldi Süd nehmen Teil. Vor Ort arbeiten rund 20 Baumwollgesellschaften mit den Bauern zusammen. Beraten wird die Initiative aber auch von Nichtregierungsorganisationen wie der Welthungerhilfe, dem WWF und Naturschutzbund Deutschland
Wofür steht Cotton made in Africa?
Wer für Cotton made in Africa Baumwolle produziert, muss bestimmte Standards einhalten: Ausbeuterische Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen sind ebenso verboten wie der Einsatz international geächteter Pestizide, aber auch genverändertes Saatgut und die Abholzung von Urwäldern. Es wird nur Regenwasser für die Bewässerung verwendet, so spart Cotton made in Africa mehr als 500 Liter Wasser pro T-Shirt. Und weil weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als bei nicht nachhaltig erzeugter Baumwolle wird außerdem das Klima geschont.
Die Welthungerhilfe ist Partner der ersten Stunde. Was sind die wichtigsten Anliegen?
Weltweit steigt die Nachfrage nach pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen. Fruchtbare Böden, ausreichend Wasser, Sonne sowie verfügbare Arbeitskräfte bieten vielerorts ideale Bedingungen zur Gewinnung von Agrarprodukten. Sei es für Nahrungsmittel, Futter oder auch industrielle Rohstoffe wie Baumwolle. Handelt es sich dabei um ernährungsunsichere Länder, fehlen bisher Standards, um zu beurteilen, ob das Menschenrecht auf Nahrung beim Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse verletzt wird. Deshalb hat das Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung gemeinsam mit der Welthungerhilfe Kriterien entwickelt, die in Zukunft bei einer Zertifizierung berücksichtigt werden sollen. Künftig müssen Nachhaltigkeitsstandards – auch bei der Baumwolle von Cotton made in Africa-Bauern – beim Thema Ernährungssicherung verbindlich überprüft werden. Unternehmen müssen hierfür ebenso Verantwortung übernehmen wie politische Entscheidungsträger, die bisher vor verbindlichen Regulierungen zurückschrecken.
Weitere Infos unter www.cotton-made-in-africa.com und www.welthungerhilfe.de/blog/wear-a-smile