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Von Suzanne Cant, Beraterin für soziale Verantwortung, World Vision International
Die Beraterin der Organisation "World Vision" fordert einen größeren und umfassenderen Ansatz für die Landwirtschaft als Motor in Subsahara-Afrika: Erhebt eure Stimme - eine Plattform für Farmer, um Hunger und Ernährungsunsicherheit effektiver den Kampf anzusagen.
Landwirte brauchen eine Stimme. Und dabei ist nicht nur die Rede von einer Stimme durch die Organisationen der Landwirte. Landwirte sind nicht nur Bürger, sondern auch ökonomische Produzenten, und müssen deswegen auch direkt mit ihren politischen und bürokratischen Führungspersonen auf regionaler und nationaler Ebene sprechen können.
Landwirte aus der ruandischen Stadt Byumba haben mit der Regierung einen Vertag über 30 Millionen Ruanda-Franc abgeschlossen. Davor hatten die Landwirte die Beamte mit der schlechten Leistung der von der Regierung beauftragten privaten Saatgutunternehmen konfrontiert. Sie argumentierten, dass sie selbst nicht nur bessere Qualität, sondern auch pünktlich liefern könnten.
In Tansania konnten Landwirte den Ertrag und Wert ihres Grundbesitzes steigern, nachdem sie Einfluss auf Beamte genommen und dadurch ihre Landtitel gesichert hatten. Denn offizielle Zertifikate und Bodenrechte führen zu einem stärkeren Verantwortungsgefühl und schlussendlich auch zu gesteigerter Produktion sowie Investitionen in Landwirtschaft und Naturschutz.
In den Städten Baringo und Nakuru in der früheren Provinz Rift Valley, überzeugten die kenianischen Landwirte ihre Lokalverwaltungen von der Einführung und Finanzierung einer weltweit anerkannten Niederwald-Methode, um die Regeneration der Bäume zu fördern.
Der Einsatz der ugandischen Landwirte wurde nicht nur von World Vision und der Food Rights Alliance in Uganda unterstützt , sondern auch von oberster Stelle erhört: Präsident Yoweri Museveni reagierte auf das Feedback der Landwirte, die sich über qualitativ minderwertige landwirtschaftliche Betriebsmittel, Führungsstrukturen und Korruption beschwert hatten. Daraufhin ordnete er einen Erlass an, um die Produktivität von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln zu steigern. Mittlerweile nutzen mehr als 3000 Landwirte in Uganda eine kostenlose Plattform, um Informationen mit landwirtschaftlichen Fachkräften auszutauschen.
Das war unter anderem auch dank der tatkräftigen Unterstützung von World Vision möglich, die zusammen mit FOs und anderen Partnern eine versammelnde, vermittelnde und unterstützende Rolle für die Landwirte einnahmen. Mit dieser Hilfe forderten die Landwirte von der Regierung verbesserte Maßnahmen in Bezug auf Nahrungssicherheit, landwirtschaftliche Produktion und Lebensgrundlage.
Durch die Förderung einer relevanten, greifbaren und umsetzbaren Bildung über Regierungspolitik und Planung der Ernährungssicherheit unterstützt World Vision die Landwirte außerdem auch mit ihrem Wissen. Zudem schenken sie ihnen das notwendige Selbstvertrauen, um mit lokalen Regierungsvertretern über die Wirksamkeit von staatlichen Programmen und Richtlinien zu diskutieren. Durch einfache, aber überzeugende sowie auf Fakten basierende Ansätze zur sozialen Verantwortlichkeit teilen die Landwirte ihr Feedback mit Schlüsselpersonen und Entscheidungsträgern in der Regierung auf lokalen und nationalen Plattformen.
Der Ansatz Citizen Voice and Action (CVA) wurde bereits in mehr als 20 unabhängigen Beurteilungen positiv bewertet. Dazu gehörten auch Studien zum Thema Bildung und Gesundheit der Universitäten Oxford und Columbia. Zudem startet in Kürze eine weitere Studie der Universität Washington zum Thema Nahrungssicherheit. CVA verbindet politische Bildung, soziale Audits von staatlichen Normen (Verhältnisse der landwirtschaftlichen Berater pro Kopf der Bevölkerung und ob diese auch erfüllt werden), Berichtbögen für gemeinnützige Dienste und Interessenvertretungen auf der Grundlage von bürgergenerierten Daten. Dadurch sollen sowohl Änderungen in der Regierungspolitik als auch in der Regierungsführung herbeigeführt werden.
CVA wird momentan in 715 sektorübergreifenden Programmen in 47 Ländern eingesetzt. Sobald die gesamten Datensätze mitsamt der Lücken bei staatlichen Normen und das Feedback der Landwirte zusammengetragen sind, werden Handlungspläne zwischen den Dienstleistern, Landwirten (inklusive FOs), Regierungsdirektoren sowie gemeinsame Lobbystrategien entworfen, um die Regierung damit unter Druck zu setzen und zum Handeln zu bewegen. Die Landwirte können ihre eigens generierten Daten verwenden, um beispielsweise lokal Einfluss zu nehmen.
Die Sammlung und Aggregation des Feedbacks der Landwirte war noch bis vor kurzem auf die Datensätze beschränkt, die während der Sitzungen und Aktionen gesammelt wurden. Aber nun hat World Vision das wahrscheinlich weltweit einzige cloud-basierte Datenbank- und Appsystem erschaffen, welches das Feedback von Landwirten innerhalb der einzelnen Länder und ins ganz Afrika erfasst. Das Feedback der Landwirte kann in Echtzeit via einer Offline-App geteilt und hochgeladen werden.
Dank der automatisierten Berichten können sich die Landwirte mit Kernfragen an die Regierung wenden. Der Umgang der Regierung mit dem Feedback der eigenen Bürger kann als Vorreiter für den Umgang mit dem 2. Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG) wie „Zero Hunger“ sowie SDG 16.6.2. fungieren. Dabei könnte beispielsweise geklärt werden, wie viel Prozent mit der Arbeit des Staatsdienstes zufrieden sind.
Beispiele für die Datenbankberichterstattung und ihr Potenzial wurden bei einer kürzlich durchgeführten Podiumsveranstaltung während des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen in New York vorgestellt, bei dem auch Prof. Samuel Kobina Annim (ghanaischer Regierungsstatistiker), Miriam Rosa González (Beraterin, Partners for Review, GIZ), Besinati Mpepo (Technischer Direktor, Soziale Verantwortung, World Vision International), Ms. Jenna Slotin (Seniorchefin für Politik und Strategien, Global Partnership of Sustainable Development Data) und Kindervertreterin Rosalinda aus Indonesien anwesend waren. Ein Beitrag von World Vision verdeutlichte die Möglichkeiten der Datennutzung für das politische Engagement.
Weitere Beispiele für die Verwendung von bürgergenerierten Daten finden Sie hier.
