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Durch einen andauernden Bürgerkrieg liegt die Landwirtschaft in der Zentralafrikanischen Republik brach. Über die Hälfte der Bevölkerung leidet an Hunger.
Bangui
Sango, Französisch
622.980 km²
4,6 Millionen
1,1 %
59,7 % der Gesamtbevölkerung
1,8 Milliarden US-Dollar
Ca. 382,20 US-Dollar
42,9 % (Stand: 2016)
gravierend (Wert: 50,9%), Trend: + 4,8
Index: 0,352 / Rang: 188 von 188
66,3%
Obwohl fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, ist die Zentralafrikanische Republik mit weniger als fünf Millionen Einwohnern sehr dünn besiedelt. Etwa 60 Prozent der Zentralafrikaner leben auf dem Land. Doch nur etwa drei Prozent des Staatsgebietes werden landwirtschaftlich genutzt. Dennoch trägt der Agrarsektor zu mehr als der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts bei. Damit ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig. Die Menschen bauen Yams, Maniok, Hirse, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte und Mais für den Eigenbedarf an. Baumwolle, Kaffee und Tabak werden ausgeführt. Mit zwei Dritteln Anteil am Export, sind Holz und Diamanten die wichtigsten Exportgüter – wobei der Handel mit ihnen oft mit illegalem Holzeinschlag und Schmuggel verbunden ist.
Das im Norden und Zentrum des Landes wechselfeuchte und im Süden immerfeuchte tropische Klima bietet eigentlich günstige Voraussetzungen für den Anbau von Feldfrüchten. Seit 2012 befindet sich die Zentralafrikanische Republik aber in einem Strudel von Gewalt: Zwei Drittel des Landes sind in der Hand von etwa 20 verschiedenen bewaffneten und verfeindeten Gruppen. Insbesondere die heftigen Konflikte zwischen der hauptsächlich christlichen Gruppe der Anti-Balaka und den muslimischen Séléka-Rebellen führen zu völkermordähnlichen Zuständen, Vertreibung und gravierender Mangelernährung. Die Zentralafrikanische Republik ist auf Nahrungsmittelimporte und humanitäre Hilfe angewiesen.
Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs ist die landwirtschaftliche Produktion drastisch zurückgegangen und die Preise für Nahrungsmittel sind entsprechend explodiert. Das einstige Rückgrat des wirtschaftlichen Lebens – die Landwirtschaft – liegt brach: Die meisten jungen Männer kämpfen, anstatt die Felder zu bestellen; Frauen und Kinder fliehen, um zu überleben. Circa 600.000 Binnenflüchtlinge mussten sich andernorts in der Zentralafrikanischen Republik niederlassen. Weitere 500.000 Zentralafrikaner sind in die Nachbarländer geflohen. In den Flüchtlingsunterkünften müssen die Überlebenden zusehen, wie sie an Essbares und sauberes Trinkwasser gelangen. Aufgrund der schlechten Infrastruktur und Belagerung ganzer Landesteile durch Rebellen kam der Handel zum Erliegen. Viele Lebensmittelmärkte wurden nicht mehr beliefert und mussten schließen.
WENN NAHRUNG DA IST... Jeder zweite Zentralafrikaner ist auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Wenn diese ausbleiben, ernähren sich die Menschen tagelang nur von Bananen oder anderem Auffindbarem. Die für die Region typischen Grundnahrungsmittel sind Reis, Hirse und Maniok. Eine aus Hirse bereitete Polenta oder ein Brei aus Maniokmehl und dazu ein Eintopf oder eine Soße stellt in der aktuellen Lage ein regelrechtes Festmahl dar.
Den Kleinbauern fehlen die Produktionsmittel, Saatgut und die Zuversicht, dass sie später auch ernten können, was sie säen. Die Arbeitslosigkeit hat drastisch zugenommen. Selbst Notrationen von Hilfsorganisationen kommen häufig nicht zu den Bedürftigen durch. Den humanitären Organisationen fehlt es an Geldern und an Sicherheit, um dem Ausmaß an Leid zu begegnen – laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen sind gerade einmal neun Prozent der benötigten Mittel verfügbar.
Ende 2016 beruhigte sich die Lage geringfügig in der Zentralafrikanischen Republik, so dass Flüchtlinge begannen zurückzukehren. Seit Mai 2017 herrscht jedoch wieder Unsicherheit. Die andauernde Gewalt macht die bisherigen Fortschritte zunichte. Selbst wenn sich die Lage stabilisiert, wird sich die Wirtschaft des Landes nur sehr langsam regenerieren können.
Im März 2014 wurde der vorige Präsident François Bozizé gestürzt. Seitdem hat sich der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik religiös aufgeheizt und das Land kommt trotz mehrerer Friedensabkommen nicht zur Ruhe. Der aktuellen Regierung unter dem 2016 gewählten Faustin Archange Touadéra ist es bisher nicht gelungen, die Kriegsparteien auszusöhnen und einen Dialog zwischen den Rebellengruppen erfolgreich herzustellen. Mit Hilfe der UN-Blauhelmmission und der internationalen Gemeinschaft hofft die Regierung, auf Aussöhnung, sodass neben humanitärer Hilfe auch der Wiederaufbau und mittelfristige Entwicklungsprojekte angegangen werden können. Dafür müssten die verfeindeten Gruppen bereit sein, Frieden zu schließen
Weltbank: https://data.worldbank.org/country/central-african-republic
Länderindikatoren FAO: http://www.fao.org/faostat/en/#country/37
Human Development Report: http://hdr.undp.org/en/countries/profiles/CAF
World Food Programme: http://www1.wfp.org/countries/central-african-republic
https://www.welthungerhilfe.de/zentralafrikanische-republik.html