Newsletter-Anmeldung
Jetzt abonnieren und keine Ausgabe verpassen!
Gerne informieren wir Sie zum Erscheinen unseres vierteljährlichen Magazins Welt ohne Hunger.
Newsletter-Anmeldung
Jetzt abonnieren und keine Ausgabe verpassen!
Gerne informieren wir Sie zum Erscheinen unseres vierteljährlichen Magazins Welt ohne Hunger.
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.
Jedes Jahr werden weltweit sechs Millionen Hektar Boden zerstört. Im äthiopischen Hochland zeigt ein Projekt der GIZ, wie aus einem Modellversuch nationale Politik zum Erhalt fruchtbarer Böden werden kann.
GIZ
Partnerländer dabei unterstützen, erprobte Ansätze des Bodenschutzes und der Rehabilitierung degradierter Böden wirksam umzusetzen
Politische Rahmenbedingungen verbessern und Anreize für eine nachhaltige Bodennutzung setzen
Lernerfahrungen aus den Partnerländern systematisch zur Verfügung stellen und austauschen
72,1 Millionen Euro
Im äthiopischen Hochland wurde über Jahrzehnte intensiv Landwirtschaft betrieben, ohne dem Boden Nährstoffe zurück zu gegeben. Die Regierung hat Programme aufgelegt, um der Erosion im Hochland entgegenzuwirken. Doch die staatlichen Strategien setzten einseitig auf Düngung mit Mineralien - eine Methode, die nicht an die lokalen Bedingungen angepasst ist. Organische Materie und Nährstoffe werden dem Boden mit jeder Ernte entzogen. Dadurch sind die Böden ausgelaugt und versauert. Erprobte Technologien, wie die Fruchtbarkeit von Böden erhalten und erhöht werden kann, gibt es bereits. Doch Kleinbauern fehlt oft das Wissen und das Geld, um solche Anbaumethoden in ihren Betrieben anzuwenden.
Das Globalvorhaben „Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung” fördert eine nachhaltige Landnutzung in 5 Partnerländern (Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien und Kenia). Zielgruppe sind Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie lernen zum Beispiel, wie sie durch den Einsatz von Kalk, einem ausbalancierten Einsatz von organischem und mineralischem Dünger, verbessertem Saatgut und der richtigen Bearbeitung des Bodens dessen Fruchtbarkeit auf Dauer sicherstellen können. “Integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagements” nennt sich diese Kombination von Methoden und wird in vielen Partnerländern umgesetzt, auch im äthiopischen Hochland.
Statt nur mit mineralischem Dünger, kommen heute auch Mist und Kalk zum Einsatz. „Ich bin sehr stolz, dass ich diese Methoden als erster ausprobieren durfte!“, sagt Haile Abadid auf dem Weg zu seinem Feld in Äthiopien. Er ist einer von neun Bauern, die vor einem Jahr zu Modellbauern des Projekts ernannt wurden. Unter der Anleitung von Beratern der regionalen Agrarbehörde hat er sein Feld in gleich große Flächen unterteilt. Eine Teilfläche bewirtschaftet er traditionell, die andere gemäß des integrierten Bodenfruchtbarkeitsmanagements mit neuem Saatgut, der Aussaat in Reihe und einem ausgewogenen Einsatz von organischem Dünger - also Mist - und einem mit Mineralien angereicherten Düngemittel. Nun steht Herr Abadid zwischen zwei Teilflächen und zeigt mit seinem Stock auf die Fläche zu seiner Rechten, wo er mit den neuen Methoden gesät hatte: „Der Unterschied ist beeindruckend. Der Weizen hier wächst viel höher!“ Am Ende der Saison wird er den anderen Bauern seine Ergebnisse präsentieren. „Schon jetzt fragen sie nach.“ Nach dem Motto “nur was ich mit eigenen Augen gesehen habe, glaube ich” werden die Bauern motiviert und geschult. Auf Herrn Abadids Feld kann schon jetzt beobachtet werden, welche Methoden zu mehr Ertrag führen. Höhere Weizenhalme bedeuten auch mehr Biomasse - und damit mehr organisches Material, das in verarmte Böden eingebracht werden kann.
„Der Unterschied ist beeindruckend. Der Weizen hier wächst viel höher!“
In 2016 hat das Vorhaben in Äthiopien fast 5000 Demonstrationsfelder nach der Methode des Integrierten Bodenfruchtbarkeitsmanagements angelegt, auf über tausend Hektar. Mehr als 9000 Personen nahmen an Trainings teil. Erste Ergebnisse zeigen, dass wesentlich höhere Erträge auf Feldern erzielt werden, auf denen diese Techniken angewendet wurden. So war der Ertrag von Kichererbsen über 90 Prozent höher als auf Kontrollfeldern.
Das Projekt hat nationale Auswirkungen: Zusammen mit Partnern aus dem äthiopischen Landwirtschaftsministerium und der Forschung werden die Erfahrungen analysiert und anschließend Empfehlungen für eine optimierte Düngung formuliert. Die Erkenntnisse werden auch von der Politik für die landesweite Planung der Folgejahre aufgenommen.